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Ulrich Ellison – ein Ausnahmetalent aus Texas rockt Friedrichsdorf

Am 7. Mai in Ludwigs Kellerbar! Eintritt frei!

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Er stammt eigentlich aus dem österreichischen Graz, ging mit gerade mal 20 Jahren nach Wien und wurde dort Profimusiker.
Als Sideman sammelte er an der Seite von Austro-Pop-Granden wie beispielsweise Boris Bukowski, Hansi Lang oder Andi Baum erste richtungsweisende Erfahrungen.
Wer jedoch die heutige Musik des Blues-Rock-Musikers hört, kann sich problemlos vorstellen, dass die musikalischen Grenzen der Alpenrepublik über kurz oder lang zu eng wurden.
Kaum ein Wunder also, dass Ulrich Ellison 2007 ein Fulbright Jazz Stipendium nutzte und gemeinsam mit seiner Frau Sabine, der Bassistin der Band, die Koffer packte, um seine musikalische Zukunft in den USA zu finden.

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Uli und seine Frau und Bassistin Sabine

Und genau diese paar Koffer und eine Gitarre waren alles, was die beiden bei sich hatten, als sie an einem sengend heißen Tag in der texanischen Musikmetropole Austin ankamen.
Ellison, der eine klassische Musikausbildung genossen hatte, kam in ein für ihn schier unerschöpfliches Musik-Mekka: „Es gibt hier fast an jeder Ecke Musik in so reicher Vielfalt“, schwärmt er. „Und als the new guy from Europe hatte ich wunderbare Möglichkeiten des Austausches. Auch wenn keiner auf mich gewartet hat – das Tolle an Amerika ist, dass du für das geschätzt wirst, was du kannst. Am Anfang habe ich auf jeder JamSession gespielt, nahm jeden Gig, der sich bot.“ Er hatte eine Menge Möglichkeiten.

Und die hat er genutzt. Alle neuen Einflüsse hat er begierig aufgenommen und kompositorisch verarbeitet. Learning by doing. Erfahrungen aus erster Hand. Davon zehrte er – und damit feierte er unerwartete Erfolge. „Ich hätte mir in Europa nicht träumen lassen, was für Möglichkeiten es hier gibt.“ Er spielte mit Größen wie der Blues Legende Pinetop Perkins und vielen anderen, die sein musikalisches Schaffen forderten und förderten.

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2013 kam der Ritterschlag: Der Bürgermeister von Austin rief den 28. Februar zum „Ulrich Ellison and Tribe Day“ aus.

Zehn Jahre sind seit seiner Übersiedlung in die USA vergangen. Eigentlich nicht viel. Umso bemerkenswerter, was Uli Ellison daraus gemacht hat. Ausgezeichnet als Best Guitar der letzten Austin Music Award Show sowie der Ehrung als Best Blues/Funk/Soul Act gilt er heute als Aushängeschild der Austiner Musikszene auf der ganzen Welt.
Sein Name steht in einer Reihe mit Stevie Ray Vaughan, Eric Johnson und Gary Clark Jr.

Er hatte schon in Europa kurz vor seiner Abreise für sein kurz zuvor veröffentlichtes Debütalbum Tales From The Kingdom Electric, ein noch rein instrumentales Werk, den Internationalen Downbeat Student Award als Best Blues/Pop/Rock Solist erworben, doch der große Durchbruch kam in Texas.
Geprägt haben ihn Künstler, die ein Statement abgeben. Musiker wie Peter Gabriel, David Bowie, Miles Davis oder David Gilmour.

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Mit seinem neuesten Album ist er jetzt auf Tournee. America heißt es – und es ist ein kritisches Album. Ein Album, das sich mit den Zuständen in Amerika auseinandersetzt. Ein strittiges Album ebenso. „Ich hatte Leute, – darunter auch mein Co-Produzent – die mich warnten, dieses Album zu veröffentlichen. Es ist verpönt, heute als Musiker etwas politisches auszudrücken. Mir bedeutet der Inhalt dieser Texte jedoch sehr viel. Ich identifiziere mich auch emotional sehr stark mit dieser Platte. Sie zeigt mein Gefühl hinsichtlich der Zustände in Amerika. Ich habe noch nie zuvor mit einer solchen Leidenschaft geschrieben und gespielt. Ich hoffe, dass die Mehrheit der Menschen, die es hören, mich versteht. Einfach nur den Mund zu halten, ist definitiv keine Option.“ In dem Titelsong America stellt er die USA parodistisch als puppenhaft oberflächliches Model dar, das sich von Promoter Trump verführen lässt. Der Song mit Video hat auf Youtube bereits über 52.000 Aufrufe (siehe Link am Ende des Textes).

Am 7. Mai ab 18.00 Uhr kann man sich in Friedrichsdorf davon überzeugen. Dann spielt Ulrich Ellison & Tribe in Ludwigs Kellerbar im Forum Dreieichstraße 22. Der Eintritt ist frei!

Für alle, die sich vorab schon mal einen akustischen Eindruck verschaffen wollen, geht’s hier zu zwei Songs aus dem aktuellen Album
https://www.youtube.com/watch?v=Yb7u6X_W3tU
https://www.youtube.com/watch?v=dqeFgtR6QFg

Und als besonderes Bonbon ein wunderschönes Cover des Pink Floyd Klassikers Breathe
https://www.youtube.com/watch?v=Wcnrz3ije0E

Fotos ©Golab

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